GAK Spezial 2010

Dr. Giuseppe Allais
Dr. Marco Rosa
Dr. Alberto Fonzar
Dr. Matteo Capelli

2. und 3. Oktober 2010

Faszination Italien
Ambition-Leidenschaft-Perfektion

Neckar Forum Esslingen
GrabbrunnenstraĂźe 19
73728 Esslingen

 

In diesem Jahr hat der GAK zum Spezial Topreferenten aus unserem Nachbarland Italien nach Esslingen eingeladen. Dass dort anspruchsvolle Zahnheilkunde nicht nur gelehrt, sondern auch praktiziert wird, ist schon lange kein Geheimnis mehr.

Dr. Giuseppe Allais | Prothetik

Die Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte haben zu erheblichen Fortschritten in der prothetischen Zahnheilkunde gefĂĽhrt.

Gleichzeitig hat die Nachfrage nach restaurativen Behandlungen aus ästhetischen Indikation exponentiell zugenommen.

Der heutige Stand der Technik erlaubt die Herstellung künstlerisch-handwerklicher Dentalerzeugnisse, die natürlichen Zähnen gleichen.

Die Herausforderung liegt heute und in Zukunft allerdings darin, mit minimaler Invasivität und maximaler Langzeitstabilität den ästhetischen Ansprüchen der Patienten gerecht zu werden.

Wenn im Vorfeld die Erwartungen des Patienten geklärt und die verschiedenen Möglichkeiten im Gespräch aufgezeigt werden, erlaubt eine interdisziplinär koordinierte Behandlung einen biologischen Ansatz, der neben der Ästhetik auch die Funktion verbessert und maximal substanzschonend umgesetzt werden kann.

Dr. Marco Rosa | Kieferorthopädie

Interdisziplinäre Therapie: Details im Fokus

Thema des Vortrags sind detaillierte Aspekte der interdisziplinären Behandlung von Patienten mit Nichtanlagen, fehlenden Zähnen und/oder im parodontal geschädigtem Gebiss, die wichtig sind für das Ziel der Langzeitstabilität in funktioneller und ästhetischer Sicht.

Dabei wird besonders auf die tragenden Aufgaben der Kieferorthopädie im Rahmen der Gesamtplanung eingegangen, die neben der okklusalen Korrektur und der Schaffung von genügend Platz vor Zahnersatz ost zusätzliche Vorteile bietet:

1. Auch wenn durch Einführung von Implantaten der kieferorthopädische Lückenschluss an Beliebtheit verloren hat, ist eine natürliche Zahnwurzel in der ästhetischen Zone oft die bessere Alternative.

2. Kieferorthopädische Techniken ermöglichen die Remodellierung und den regenerativen Aufbau von Alveolarknochen und Weichgewebe sowohl im parodontal gesunden als auch im geschädigten Gebiss.

3. Es wird gezeigt, wie sich die kieferorthopädische Behandlung als Alternative oder Ergänzung zur chirurgischen Regeneration mit GTR oder GBR eignet.

Praxisnah spannt sich der Bogen von der altersabhängigen Diagnostik und Behandlungsplanung über Themen, wie "Lückenschluss versus Implantat" oder Möglichkieten und Grenzen der Mesialisierung von 2. und 3. Molaren, der Zahnbewegung im Sinus und der Autotransplantation, bis hin zur Stabilisierung und Erhaltung des Behandlungserfolgs.

Dr. Alberto Fonzar | Implantologie

Der parodontologische Fall: Langzeitvorhersagbarkeit bei Zahnerhaltung gegenĂĽber Extraktion und Implantat.

In den letzten 20 Jahren hat die Implantologie unsere Behandlungspläne verändert, mitunter sogar radikal.

Die Erhaltung extrem geschädigter Zähne mittels "traditioneller Therapien" (Endodontie, Parodontaltherapie, Prothetik etc.) scheint nicht nur überholt, sondern auch unter Kosten-Nutzen-Aspekten in Anbetracht des zu erwartenden Langzeiterfolgs nicht mehr vertretbar zu sein.

Insbesondere die parodontalchirurgische und prothetische Behandlung von Patienten mit hochgradiger Parodontopathie wird zunehmend von einer einfacheren und vorhersagbaren Behandlungsform abgelöst:

Extraktion der nicht erhaltungswürdigen Zähne und Ersatz durch Implantate.

Ziel dieses Vortrags ist es, anhand einer sorgfältigen Analyse der Literatur und von klinischen Fallbeispielen sowie eigener Daten Antworten auf diese Fragen zu liefern.
Dabei soll der Kosten-Nutzen-Aspekt nicht nur unter ökonomischen, sondern auch biologischen Standpunkten berücksichtigt werden.

Dr. Matteo Capelli | Parodontologie

Einflussfaktoren fĂĽr den Erfolg von Implantaten in frischen Extraktionsalveolen.

Die Implantatinsertion in Extraktionsalveolen ist ein häufig verwendetes klinisches Verfahren. Es gehört zu den Modifikationen des Behandlungsprotokolls, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, um die Patientenakzeptanz der Implantattherapie zu erhöhen.

Allerdings dürfen diese modifizierten Behandlungsprotokolle nicht zu Lasten vorhersagbar guter Behandlungserfolge eingesetzt werden oder das Komplikationsrisiko erhöhen.

Der Vortrag analysiert die anatomischen und dentalen Risikofaktoren, die sich im Rahmen der Postextraktionstherapie auf das Endresultat auswirken, und beschreibt chirurgische Diagnoseparameter zur Vermeidung von Resorptionen des Alveolarknochens nach der Sofortimplantation, die den horizontalen Abstand zwischen Implantatoberfläche und vestibulärer Knochenlamelle berücksichtigen.

Kieferorthopädisch-prothetische Behandlungsplanung unter Berücksichtigung der Implantatposition.

In der teilprothetischen Versorgung spielen enossale Implantate häufig eine Rolle.
Ein funktionell sowie auch ästhetisch als erfolgreich zu wertendes Behandlungsergebnis erfordert eine gründliche und sorgfältige Diagnostik, eine umsichtige Behandlungsplanung und eine gute Kommunikation zwischen allen Mitgliedern des Behandlungsteams: Prothetiker, Chirurg, Kieferorthopäde und Labor.

Eine kieferorthopäditsche Vorbehandlung des Restgebisses ist heute immer häufiger indiziert, um Platz für den Zahnersatz zu schaffen, die Kaufunktion zu unterstützen und das ästhetische Erscheinungsbild zu verbessern.

Der Vortrag erörtert die kieferorthopädische und implantatprothetische Behandlungsabfolge und zeigt auf, welche Variablen für ein optimiertes Behandlungsergebnis zu berücksichtigen sind. Dabei wird besonders auf die Bedeutung eines kieferorthopädisch-prothetischen Setups für den Behandlungserfolg eingegangen.

Die Einflussfaktoren der dreidimensionalen Implantatposition sowie die Folgen ungĂĽnstiger Positionierung werden analysiert.

Anhand von Fallbeispielen wird die Bedeutung einer korrekten prächirurgischen Planung hervorgehoben und es werden die Grenzen der prothetischen Möglichkeiten aufgezeigt, in Ermangelung einer solchen Planung eine natürlich aussehende Implantatprothetik mit guter Langzeitstabilität zu erzielen.

Kurssprache: Englisch mit SimultanĂĽbersetzung

Bitte zur GAK-Party unabhängig von der Veranstaltung anmelden. Kosten: 100,00 € pro Person.


Dr. Giuseppe Allais:

Dr. Allais, Jahrgang 1960, schloss die Ausbildung zum Zahntechniker 1978 und das Studium der Zahnheilkunde 1984 an der Universität Turin ab. 1984 - 1989 war er als Assistent an der Abteilung für Prothetik der Universität Turin tätig, danach bis 1993 Assistent an der Klinik für Kaufunktionsstörungen, abnehmbare Rekonstruktionen, Alters- und Behindertenzahnmedizin der Universität Zürich unter Prof. S. Palla.

Er ist Fellow der Klinik für Oralchirurgie der Universität Bern.
Seit 1994 arbeitet er als Allgemeinzahnarzt in eigener Privatpraxis in Turin

Dr. med. Dr. med. dent. Marco Rosa:

Dr. Rosa schloss das Studium der Medizin 1981 ab, es folgte das Postgraduiertenstudium der Zahnheilkunde und anschließend der Kieferorthopädie. Er ist aktives Mitglied der Angle Society of Europe und Diplomate sowohl des European als auch des Italian Board of Orthodontics.

Er betreibt eine eigene kieferorthopädische Praxis im norditalienischen Trient und ist Dozent an der Universität Insubria in Varese. Seine Publikationen und regelmäßige Vortragstätigkeit drehen sich um die Themen:
Frühbehandlung im Wechselgebiss zur Bisskorrektur ohne Beeinflussung der bleibenden Zähne, Lückenschluss versus Implantate bei fehlenden seitlichen Schneidezähnen im Oberkiefer sowie die interdisziplinäre Behandlung des erwachsenen Patienten.

Dr. med. dent. Alberto Fonzar:

Dr. Fonzar wurde 1959 in Gorizia geboren und bestand sein Examen in Medizin und Chirurgie an der Universität von Triest 1986 cum laude.

1989 erhielt er die Approbation für Zahnheilkunde und Prothetik an der Universität von Pisa.
Seit 1996 betreibt er gemeinsam mit seiner Schwester Dr. Federica Fonzar eine multidisziplinäre Privatpraxis Stomatologico Friulano "E. Fonzar" in Campoformido (Udine).

Im Verlauf der letzten 20 Jahre hat sich Dr. Fonzar auf Parodontologie, Implantologie und Prothetik spezialisiert und ist heute einer der europäischen Top-Experten auf diesen Gebieten.

Er ist aktives Mitglied und designierter Präsident der italienischen Gesellschaft für Parodontologie (S.I.d.P.), in der er bisher als Schatzmeister und Sekretär amtierte, sowie Mitglied der italienischen Akademie für Prothetik (AIOP) und des International College of Dentists.

Dr. Fonzar ist an verschiedenen klinischen Studien beteiligt und gehört der European Research Group on Periodontology (Ergoperio) an. Neben zahlreichen Publikationen in italienischen und internationalen Fachmedien ist Dr. Fonzar häufig auf europäischen Kongressen zum Thema Parodontologie als Referent tätig.

Dr. med. dent. Matteo Capelli:

Dr. Capelli schloss sein Zahnmedizinstudium 1990 in Mailand ab. 1992 nahm er an einem Weiterbildungsprogramm in Endodontie unter Dr. Cliff Ruddle in Santa Barbara, CA, teil und spezialisierte sich in den Jahren danach unter Prof. Philip Boyne auf Implantologie. Er ist als Parodontologe und Implantologe in niedergelassener Praxis in Mailand tätig. Er ist seit 1998 Gastdozent für Chirurgie an der Abteilung für Implantologie des IRCSS Hospital Galeazzi und hält im In- und Ausland Vorträge über Implantatchirurgie.

Dr. Capelli ist Mitglied der Italienischen Gesellschaft fĂĽr Endodontie (SIE), der Italienischen Gesellschaft fĂĽr Oralchirurgie und Implantologie (SICOI), der European Society of Esthetic Dentistry (EAED) sowie der Astra Tech Italian Dental Academy (AIDA), International Member der AAP (American Academy of Periodontology). Er ist MitbegrĂĽnder der Advanced Implant Study Group (AISG) und sitzt seit 2008 im Wissenschaftlichen Beirat der SICOI.

Unter seinen zahlreichen Publikationen über Endodontie, Implantologie und Oralschirurgie sind zwei Beiträge hervorzuheben - 2005: Kapitel "Techniken zur intraoralen Knochenentnahme" in "Sinusbodenaugmentation" von Tiziano Testori (dt. Ausgabe: Quintessenz) und 2008: Kapitel über Implantatinsertion in Extraktionsalveolen in dem Buch über Sofortbelastung von Tiziano Testori.

2009 erhielt Dr. Capelli zusammen mit den Co-Autoren auf der Jahrestagung der Academy of Osseointegration in San Diego den William R. Lanely Award der Academy of Osteointegration fĂĽr den besten Artikel im IJOMI des Jahres 2007.

Bitte zur GAK-Party unabhängig von der Veranstaltung anmelden. Kosten: 100,00 € pro Person. Zur Anmeldung...

Samstag, 2. Oktober 2010

9.00 h - Eröffnung durch Axel Schröder, 1. Vorsitzender

9.00 - 10.30 h - Dr. Giuseppe Allais Biologisch orientierte rekonstruktive Zahnheilkunde

11.00 - 12.30 h - Dr. Marco Rosa Überlegungen zur Ästhetik - auf der Suche nach Perfektion

Mittagspause

13.30 - 15.00 h - Dr. Alberto Fonzar Der parodontologische Fall: Langzeitvorhersehbarkeit mit / ohne Zähnen bzw. Implantaten

15.30 - 17.00 h - Dr. Marco Rosa Kieferothopädischer Lückenschluss bei fehlenden Zweiern

bis 17.20 h - Diskussion

ab 18.00 h Shuttle Service zum Sektempfang in der Gärtnerei Heubach, Esslingen Zollberg

ab 18.30 h - Come together im Biodome

19.00 Uhr - Beginn der GAK-Party

Sonntag, 3. Oktober 2010

9.00 - 9.45 h - Dr. Marco Rosa Interdisziplinäre Therapie - Fokus auf Details

9.45 - 10.30 h - Dr. Alberto Fonzar Interdisziplinäre Therapie - persönlicher Ansatz

Kaffeepause

11.00 - 11.45 h - Dr. Matteo Capelli Interdisziplinäre Therapie - persönlicher Ansatz

11.45 - 12.30 h - Dr. Giuseppe Allais Interdisziplinäre Therapie - persönlicher Ansatz, was hat sich in den letzten 10 Jahren verändert?

Mittagspause

13.30 - 15.00 h - Dr. Matteo Capelli

15.30 - 17.00 h - Dr. Giuseppe Allais Zusammenfassung und Fallpräsentation

bis 17.20 h - Diskussion