Kraniomandibuläres und muskuloskelettales System

Dr. Wolfgang Boisserée, Köln

GAK 219 | 27.04.2016 | 14:00 Uhr

Editorial

Liebe GAK’ler und Freunde des GAK,

hinter dem etwas sperrig klingenden Begriff „kraniomandibulares und muskuloskelettales System“ verbirgt sich ein hochspannendes Thema mit der kontrovers diskutierten Frage inwieweit ein Zusammenhang zwischen Okklusion, kraniomandibulärer Dysfunktion und Körperhaltung besteht.

Es freut mich besonders, dass wir als Gnathologischer Arbeitskreis einen „Gnathologen 4.0“ als Referenten gewinnen konnten.

Dr. Wolfgang Boisserée M.D.Sc. steht für eine moderne Funktionslehre, die weg vom rein mechanistischem hin zum interdisziplinären Denken geht. Dr. Boisserée wird uns sein im eigenen Alltag erprobtes Funktionskonzept vorstellen, in dem die interdisziplinäre Diagnostik und die Kommunikation mit anderen Fachdisziplinen wie zum Beispiel der Orthopädie eine äußerst wichtige Rolle spielt. Dies ist eine wunderbare Gelegenheit, gemeinsam mit Orthopäden, Osteopathen oder Physiotherapeuten das Seminar zu besuchen, um anschließend die gewonnenen Impulse gleich im Alltag umsetzen zu können. Natürlich wird auch die Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopädie und Prothetik thematisiert werden, da komplexe Rehabilitationen oft nur gemeinsam erfolgreich okklusal behandelt werden können.

Dr. Wolfgang Boisserée durfte schon während seines Studiums in Göttingen „die Notwendigkeit funktionsgerechter und ordentlicher Zahnheilkunde“ von Professor Motsch und Professor Meyer erfahren. Die Konzepte von Professor Gutowski bilden darüber hinaus die Basis seiner zahnheilkundlichen Philosophie. Neben seiner Praxistätigkeit unterrichtet Dr. Boisserée als Lehrbeauftragter der Medizinischen Universität Innsbruck und verknüpft somit Lehre mit Praxis.

Freuen wir uns auf einen spannenden Fortbildungsnachmittag.

Mit den besten Grüßen,
Ihr Wolfram Kretschmar

Kraniomandibuläres und muskuloskelettales System

Interdisziplinäre Herausforderungen zwischen Zahnheilkunde und Orthopädie / Manueller Medizin

Dr. Wolfgang Boisserée, Köln

Die Okklusion steht in unmittelbarer und vielfältiger Beziehung zum Bewegungssystem des Menschen. Deshalb sind Störungen in der Okklusion häufige Auslöser für chronische Schmerzzustände, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule.

Ziel des Vortrages ist es, über den zahnmedizinischen Tellerrand zu schauen und die vielfältigen Verknüpfungen zwischen der Okklusion und den Strukturen des Gesamtkörpers darzustellen.

Auf dieser Basis werden die Notwendigkeiten und Möglichkeiten einer interdisziplinären Diagnostik und Therapie aufgezeigt und von Seiten der Zahnmedizin als auch von Seiten der Manualmedizin, Osteopathie und Orthopädie beleuchtet.

Die funktionsgerechte Rehabilitation der Kaufunktion steht häufig im Mittelpunkt der interdisziplinären Behandlung. Die praxisnahe Durchführung von der reversiblen Okklusionskorrektur bis zur kieferorthopädisch und/oder prothetischen Rehabilitation unter besonderer Berücksichtigung des muskuloskelettalen Systems wird an typischen Fallbeispielen dargestellt.

Aus dem Inhalt:

  • Die Okklusion in ihrer Vernetzung mit dem kraniomandibulären und muskuloskelettalen System
  • Zahnärztliche Funktionsdiagnostik unter Einbeziehung des muskuloskelettalen Systems
  • Interdisziplinäre Diagnostik und Kommunikation mit Orthopädie und Manueller Medizin
  • Komplementäre Behandlung der Muskulatur und Kiefergelenke
  • Das Zentrikregistrat unter Kontrolle am muskuloskelettalen System
  • Prinzipien und Behandlungsstrategien für die funktionell erfolgreiche okklusale Rehabilitation
  • Tipps zur Vermeidung der häufigsten iatrogenen Fehler in der zahnärztlichen Therapie