Weichgewebetechniken in Parodontologie und Implantologie

PD Dr. Michael Stimmelmayr, Cham

GAK 220 | 22.06.2016 | 14:00 Uhr

Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich mit Herrn Privatdozent Stimmelmayr einen anerkannten Spezialisten für plastische Parodontalchirurgie und einen von mir sehr geschätzten, bodenständigen Praktiker beim GAK begrüßen zu dürfen.

Die Berücksichtigung der Roten Ästhetik gehört an den Anfang der prothetischen Planung. Daher ist das Wissen um entsprechende Techniken für uns alle wichtig - unabhängig davon, ob wir diese selbst anwenden oder delegieren. Welche Rolle spielt die befestigte Mukosa? Was kann Bindegewebe, was ein freies Schleimhauttransplantat? Was funktioniert mit welcher Nachhaltigkeit? Woher bekommen wir das beste Gewebe für die Augmentation? Was ist beim Implantat anders als um den natürlichen Zahn?

Unser Referent wird im ersten Teil den praxisgerechten Umgang mit Weichgewebe am Zahn erörtern: von der Kronenverlängerung bis zur Rezessionsdeckung. Im zweiten Teil wird Herr Stimmelmayr zeigen, was in der Implantologie machbar und sinnvoll ist.

Auf Wiedersehen beim GAK,
Ihr Frank Maier

Weichgewebetechniken in Parodontologie und Implantologie

Priv. Doz. Dr. Michael Stimmelmayr

Teil 1: Weichgewebetechniken in der Parodontologie
Die plastische Parodontalchirurgie ist heute fester Bestandteil der modernen Zahnheilkunde. Neben ästhetischen Korrekturen wie Rezessionsdeckungen, Schaffung harmonischer Gingivarandverläufe, Entfernung von Zahnfleischverfärbungen und Kieferkammaufbauten für Pontics, tritt auch die funktionelle plastische Parodontalchirurgie mehr und mehr in den Fokus.

Die Verbreiterung und Verdickung der keratinisierten Gingiva, Schaffung von befestigter Gingiva sowie Kronenverlängerungen bei Verletzung der biologischen Breite aufgrund tiefer kariöser Läsionen sind für langfristig reizfreie gingivale Verhältnisse oftmals unerlässlich.

Nach Besprechung der ästhetischen und funktionellen Indikationen wird die Evidenz stabiler befestigter und keratinisierter Gingiva anhand aktueller Literaturdaten untermauert und die unterschiedlichen OP-Techniken mittels klinischer Fälle, auch in Bezug auf moderne prothetische Versorgungen, dargestellt.

Teil 2: Weichgewebetechniken in der Implantologie
In der Implantologie hat sich ein Wechsel weg vom funktionellen, hin zum ästhetischen Hauptaugenmerk vollzogen. Demnach wird der Ersatz einzelner oder mehrerer Zähne in der ästhetisch anspruchsvollen Zone durch Implantatversorgungen eine große Herausforderung für den oder die Behandler.

Zahnverluste führen immer zu Hart- und Weichgewebedefiziten, welche mittels Hart- und Weichgewebeaugmentationen rekonstruiert werden müssen. Oftmals sind vor der Augmentation oder Implantation unschöne Narben durch vorangegangene Operationen vorhanden, welche zu funktionellen und ästhetischen Einbußen der Implantatrekonstruktion führen können.

Im Vortrag wird eine frühzeitige OP-Planung mit Weichgewebetechniken vorgestellt, die zu Beginn der Augmentation und/oder Implantation optimale Weichgewebevoraussetzungen mit Erhalt der keratinisierten Gingiva ohne Narbenbildung bieten.