Prophylaxe nach dem Würzburger Konzept

PD Dr. Gregor Petersilka, Würzburg

GAK 218a | 09.03.2015 | 13:00 Uhr

Editorial

Wie der Spagat zwischen wissenschaftlichem Anspruch und Alltag gelingen kann

Die Ziele von Prophylaxe und Nachsorge in der Parodontitistherapie sind eigentlich klar definiert: Karies soll verhindert werden und die Geschwindigkeit des Fortschreitens von Attachmentverlusten wird minimiert oder gar idealerweise gestoppt. Doch so einfach und klar diese Ziele sind, umso komplizierter kann sich dann die Realität in der Praxis darstellen: Die einfache Frage „Welcher Patient braucht was?“ lässt sich nämlich oft gar nicht so einfach beantworten.

Im Vortrag werden daher mögliche Wege aufgezeigt, den zahnmedizinischen Anspruch der „Prophylaxe“ und deren Umsetzung in der Praxis zu vereinbaren. Dabei bleibt es auch nicht aus, über Widersprüche oder konträre Meinungen zu diskutieren. Sind vertraute Behandlungsschritte wie Politur oder Fluoridierung wirklich immer nötig? Was gilt denn nun wirklich in Bezug auf die Biofilmentfernung? Lohnt sich der Einsatz von Medikamenten oder Zusatztherapeutika wirklich?  Wie sieht es mit Interdentalhygienika und Mundspüllösungen aus – braucht dies der Patient wirklich? Alle diese Fragen lassen sich sicher nicht einfach beantworten, hier klaffen erstaunliche Lücken in der verfügbaren Evidenz und als Behandler/in steht man einer Vielzahl persönlicher Meinungen und sogenannter „Konzepte“ gegenüber. Trotzdem oder gerade deswegen muss und darf die Nachsorge nicht nach „Gießkannenprinzip“ oder gar dem Motto „Viel hilft viel“ angeboten werden...

Das Seminar wird als Lösungsversuch einen Bogen von praxisgerechten Inhalten aus der Mikrobiologie über Immunologie hin zur mechanischen Oberflächenbearbeitung von Zähnen und Implantaten spannen. Im Bereich der ergänzenden Maßnahmen  werden Antibiotika, Antiseptika und aktuelle Konzepte der Kariesprophylaxe mit ihren Vor- und Nachteilen ebenso kritisch besprochen wie diverse Möglichkeiten der erweiterten Diagnostik. Lernen umzulernen ist dabei manchmal mehr angebracht als zunächst vermutet...

Parallelveranstaltung "Der hofflungslose Zahn"