Zirkon und Funktion | Prothetik und Ästhetik

Prof. Dr. Marc Schmitter, Heidelberg | Prof. Dr. Stefan Wolfart, Aachen

GAK 228 | 29.11.2017 | 14:00 Uhr

Editorial

Liebe Kolleginnen & Kollegen,

vollkeramische Restaurationen sind fester Bestandteil der heutigen Zahnheilkunde. Leider wird häufig die Gesamtplanung, Indikation, Befestigungstechnik und Funktion zu Gunsten „schneller weißer Zähne”  vernachlässigt. Folgen sind Probleme wie Chipping, Gerüstbrüche, zu invasives Vorgehen oder funktionelle Störungen.
Für einen aktuellen Überblick haben wir gleich zwei Referenten für Sie eingeladen.
Herr Professor Wolfart hat mit dem ersten Teil: Prothetik & Ästhetik die Aufgabe bekommen das Feld der Glaskeramiken aufzuarbeiten.
Im zweiten Teil: Zirkon & Funktion wird Herr Professor Schmitter uns die Indikation und den Umgang mit Zirkoniumdioxidkeramik präsentieren.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen beim GAK,

Ihr Frank Maier


Prothetik & Ästhetik

Prof. Dr. Stefan Wolfart

Ziel dieses Kurses ist es, das bestmögliche prothetische Behandlungskonzept für unseren Patienten herauszuarbeiten und dieses im Rahmen eines strukturierten Behandlungsablaufes umzusetzen. Dabei werden neben funktioneller Aspekte und ästhetischer Richtlinien, auch die individuellen Wünsche unserer Patienten berücksichtigt. Zur Umsetzung dieses Konzeptes wird innerhalb des Kurses eine Ästhetik-Checkliste zur optimierten Ästhetik in der Kronen- und Brückenprothetik entwickelt.

Neben ästhetisch wichtigen Parametern der Restauration selbst, wie Proportionen, Farbgebung, Form, Oberflächenbeschaffenheit, Transparenz, Gestaltung der Inzisalkante spielen bei der naturgetreuen Rehabilitation des Kauapparates das Lachen des Patienten und die „Rot-Weiß-Ästhetik“ eine entscheidende Rolle. Diese Aspekte werden in einer praxisnahen und einfach zu handhabenden Checkliste in neun Kategorien abgebildet. Es werden alle fallrelevanten ästhetischen Aspekte erfasst, die anschließend in der Therapieplanung berücksichtigt werden.

Die Umsetzung der Analyse wird praxisnah an Fallbeispielen dargestellt, diskutiert und in ein schlüssiges Behandlungskonzept eingeordnet. Es beinhaltet wissenschaftlich basierte Richtlinien zur Auswahl und Befestigung der geeigneten Keramiksysteme. Die Wahl der Keramik ist abhängig von der funktionellen Belastung, den ästhetischen Ansprüchen und der noch vorhandenen Zahnhartsubstanz.


Zirkon & Funktion

Marc Schmitter; Würzburg

Vollkeramische Versorgungen sind heutzutage nicht mehr aus der modernen zahnärztlichen Prothetik wegzudenken: Kronen, Brücken, Veneers, Adhäsivbrücken, aber auch zunehmend festsitzend-herausnehmbarer Zahnersatz werden aus unterschiedlichen keramischen Werkstoffen gefertigt. In steigendem Maße werden auch monolithische Restaurationen eingesetzt. Dies hat den Vorteil, dass Chipping (kohäsives und/oder adhäsives Versagen der Verblendung) vermieden werden kann.

Sollen größere Restaurationen gefertigt werden, so kommen nur Oxidkeramiken in Frage, wobei sich hier Zirkoniumdioxidkeramiken etabliert haben. Doch gerade die Anwendung dieser Keramik wird oftmals kritisch diskutiert: verschleißen hier die Antagonisten aufgrund der Materialeigenschaften nicht stärker, als bei anderen keramischen Werkstoffen?

Müssen bei der Anfertigung des Zahnersatzes in besonderem Maße funktionelle Aspekte berücksichtigt werden? Wie sieht es bei der Versorgung von parafunktionellen Patienten (z. B. Bruxer) aus? Ist hier ein Einsatz dieser Materialklasse überhaupt möglich? Können mit monolithischer Zirkoniumdioxidkeramik überhaupt ästhetisch ansprechende Versorgungen realisiert werden?

Der Vortrag möchte einen tieferen Einblick in die Restaurationsmöglichkeiten mit Zirkoniumdioxidkeramik ermöglichen und hierbei auch funktionelle Aspekte näher beleuchten.