KFO und CMD - Möglichkeiten und Grenzen

Dr. D.D.S. / Syr. Aladin Sabbagh, Erlangen

GAK 239 | 18.10.2019 | 14:00 Uhr

Editorial

KFO und CMD - Möglichkeiten und Grenzen -

Liebe GAK Mitglieder,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

stellen Sie sich vor, Sie haben einen Patienten mit starken Kiefergelenksproblemen und myofazialem Schmerz zur Erstberatung vor sich sitzen. Ein erster Blick genügt, um zu sehen, dass die Okklusion alles andere als physiologisch ist. Wie gehen Sie vor? Welche Möglichkeiten gibt es?

Mit einer Prävalenz von 5-10 % Prozent aller Erwachsenen sind Patienten mit einer Craniomandibulären Dysfunktion, kurz CMD genannt, kein seltenes Erscheinungsbild. Diese Funktionsstörungen können sich vielfältig äußern - oft haben Betroffene schon eine Odyssee unzähliger Besuche bei Fachärzten hinter sich.  Die Ätiologie ist multifaktoriell: neben der Malokklusion, psychosomatischen Störungen, Trauma und hormonellen Erkrankungen spielt die Bindegewebsschwäche eine nicht zu unterschätzende Rolle. Diese Faktoren in Kombination mit Kiefer- und Zahnfehlstellungen stellen den Kieferorthopäden oft vor neue Herausforderungen.

Um die bestehende Situation durch eine vorschnelle kieferorthopädische Behandlung oder prothetische Rekonstruktion nicht weiter zu dekompensieren, ist vorab eine sorgfältige funktionelle Diagnostik und Therapieplanung unabdingbar. Zur Präsentation dieser Vorgehensweise hat der GAK den renommierten Kieferorthopäden Dr. Aladin Sabbagh aus Erlangen eingeladen. Mit der Prävention und dem Management von Kiefergelenkserkrankungen greift er als Erfinder des patentierten AquaSplintes eine nicht nur für den Kieferorthopäden interessante Thematik auf. Außerdem dürfen wir uns auf Konzepte der festsitzenden progressiven Bissumstellung im Sinne einer funktionellen UK-Vorverlagerung zur Therapie diverser Problemstellungen wie beispielsweise einer CMD, einer Distalbisslage mit geringem Restwachstum, zur Beseitigung von Asymmetrien oder zur non-chirurgischen Bissumstellung bei Erwachsenen freuen. Hierzu werden ebenfalls die Möglichkeiten aber auch Grenzen diverser Aligner- und Lingualtechniksysteme diskutiert.

Im Zeitalter der zunehmenden Digitalisierung zeigt Dr. Sabbagh des Weiteren Faszinationen und Illusionen der digitalen Kieferorthopädie in Hinblick auf einen digitalen Workflow auf. Was wird in der Kieferorthopädie in Zukunft möglich sein?

Seien Sie auf eine praxisgerechte Vorstellung von wissenschaftlich fundierten Behandlungsfällen gespannt!

Ihre Dr. Julia Glöggler